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Ich habe in meinem Leben so viel erlebt dass ich mich entschlossen habe darüber ein Buch zu schreiben. Es gab schöne Erlebnisse, aber auch weniger schöne und ich versuche alles möglichst wahrheitsgetreu, objektiv und nicht beschönigt aufzuschreiben. Wenn ich allerdings vor fast zwei Jahren, als ich mit dem Buch begonnen habe gewusst hätte, was da auf mich zukommt, hätte ich mit dem Schreiben nie begonnen.

Das Buch stellt alles dar so wie ich es sehe. Ob richtig oder nicht richtig bleibe dahingestellt.

Es ist ja nicht nur die Arbeit die so ein Buch mit sich bringt, sondern auch eine exakte Rekapitulation des gelebten und des nicht gelebten Lebens. Es tut schon sehr weh wenn man im Nachhinein sieht, was man teilweise für furchtbare Fehler gemacht hat die sich ohne grosse Anstrengung hätten vermeiden lassen, oder vermeintliche Differenzen, die mit ein paar netten Worten hätten geklärt werden können.

Wie dem auch sei, vielleicht sieht man hier wie man es auch anders machen könnte, immer nach dem Motto...die Hoffnung stirbt zuletzt. Das Leben ist wie eine Fahrt im Schnellzug. Vom Anfang bis zum Ende dauert es nicht ewig und es liegen nur ein paar Stationen dazwischen. Ich bin nun bald bei der letzten Station angekommen und es schmerzt, all die gemachten Fehler mit dem Schreiben dieses Buches noch einmal durchleben zu müssen in der Gewissheit, dass sich die Zeit nicht zurückdrehen lässt und ich meinen Rucksack bis zum Ende mitschleppen muss.

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich oftmals nicht wirklich gelebt habe. Andere Leute haben über mein Leben bestimmt und ich hatte selten den Mut mit der Faust auf den Tisch zu hauen um zu sagen... so nicht.

Einerseits war es die Angst es nicht allen recht machen zu können, anderseits waren es Befürchtungen materieller Art, etwas zu verlieren was man sich geschaffen oder mühsam erworben hat und am aller schlimmsten war es, dass man immer seine unüberlegten und überzogenen Versprechungen irgendwie einhalten musste, nur weil man zu feige und zu stolz war sein Gesicht zu verlieren und zuzugeben, dass es Aufgaben gibt, die man eben nicht oder noch nicht lösen kann.

Ein weiteres düsteres Kapitel war der katholische Glaube mit dessen Hilfe ich als Kind dermassen eingeschüchtert wurde, dass ich fast immer ein schlechtes Gewissen mit mir herum trug und die Drohungen der Kirche, besser gesagt des Pfarrers und die meiner Mutter immer wie ein Damoklesschwert über mir schwebten und mir oft den Tag und so viele schöne Momente vermiesten.

Dazu kam noch, dass ich schon sehr früh unter Existenzangst litt weil wir zu Hause eher zu den ärmeren Leuten zählten. Alles in allem war ich eine ungefestigte Mischung aus Angst, Selbstüberschätzung und Träumen, also eher ein unbrauchbares Gemisch.

Hätte man mich in eine Schachtel gepackt, hätte man draufschreiben müssen:

                                  .....VORSICHT..... MENSCH......

 

Mein ganz spezieller Dank gilt meiner Lektorin und langjährigen Freundin Christine Rösch. Ohne sie wäre das Buch nie zu Stande gekommen.